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Die 6-Stufen-Taktik (Teil 1)

Prinzip 1: Immer schön legal
Herr Schulden-Drückeberger mag zwar unmoralisch handeln, aber immer legal. Dann kann ihm auch nichts passieren. Er bricht keine bestehenden Gesetze, er nutzt sie zu seinem Vorteil lediglich aus. Er weiß: Schulden haben ist keine Straftat. Der Schuldturm ist schon lange abgeschafft. Solange Herr Schulden-Drückeberger

  • sich keinen Kredit unter Vorspiegelung falscher Tatsachen verschafft hat („Kreditbetrug“),
  • keine falschen Angaben gemacht hat bei einer etwaigen Eidesstattlichen Versicherung (was soviel wie ein Meineid ist)
  • oder er bei drohendem Konkurs seiner Firma keine Vermögenswerte beiseite geschafft hat,

solange er all dies nicht getan hat, kann ihm nichts passieren.

Wenn er nur vorlügt, dass er nicht zahlen kann, weil z.B. seine Mutter krank ist, obwohl er keine Mutter mehr hat, ist das nicht strafbar.
Auch nicht strafbar macht sich Herr Schulden-Drückeberger, wenn er Vermögenswerte beliebig absichert, überträgt, verkauft oder verschenkt, auch an ausländische Firmen oder die Ehefrau, so lange es der Schulden-Drückeberger GmbH oder ihm selbst noch finanziell gut geht. Erst wenn er Kenntnis von einer (drohenden) Zahlungsunfähigkeit hat, darf er kein Vermögen mehr verschieben.
In jedem Fall gilt: Um ihn strafrechtlich verurteilen zu können, muss ihm eine Straftat bewiesen werden, d.h. man muss nachweisen, dass er vom drohenden Konkurs wusste, als er sein Vermögen verschoben hat. Ein Verdacht reicht (bisher noch) nicht aus.

Außerdem muss sich Herr Schuldner-Drückeberger noch in dem Rechtsbereich befinden, für den das Gericht zuständig ist (z.B. Deutschland). Wenn er Vermögen legal ins Ausland transferiert hat, um in der Karibik Sonne, Strand und süße Señoritas zu genießen, dann ist er eben weg.
Ihm müsste bewiesen werden, dass er vom drohenden Konkurs wusste und nicht nur „genug von dem ganzen Stress“ hatte. Dies ist aber so lange unmöglich, wie er nicht zur Sache vernommen werden kann oder keine entsprechenden Dokumente gefunden werden. Er kann aber nicht vernommen werden, wenn Sie sich nicht im Rechtsbereich aufhält. Und: Er kann nicht gezwungen werden, in den Rechtsbereich zurückzukehren, so lange keine ernsthafte Straftat bewiesen werden kann und kein Auslieferungsabkommen existiert.

Es gilt immer: Je größer der Zeitraum zwischen Vermögensabsicherung und Konkurs, desto weniger wirksam lässt sich eine Straftat unterstellen.

Prinzip 2: Immer auf Zeit spielen
Herr Schulden-Drückeberger spielt auf Zeit. Er hat sich die Taktik bei den Fußballern abgeguckt. Hier ein paar Sekunden, dort ein paar Sekunden. Reklamieren, auch wenn es von vornherein sinnlos ist. Ein taktisches Foul. Ein unnötiger Wechsel. Provokationen. So verrinnt die Zeit. Am Ende ist die Spielzeit abgelaufen oder der Gegner verliert die Nerven und begeht einen entscheidenden Fehler. Nicht schön anzuschauen, aber legal und – allzu oft erfolgreich. Endresultat: Das Wunschergebnis ist erreicht.

„Der Zweck heiligt die Mittel“, sagt Herr Schulden-Drückeberger achselzuckend und freut sich, dass der Gegner resignierte, ein Eigentor schoss oder die ersehnte Verjährung eintrat.

Zeit gewinnen – wie macht er das? Durch Reklamieren!
Herr Schulden-Drückeberger denkt scharf nach und findet fast immer ausreichende Gründe, nicht zahlen zu müssen: falsche Lieferung – verspätete Lieferung – mangelhaftes Produkt – unbrauchbares Produkt – schlechte Qualität – nicht erhalten – usw…
Herr Schulden-Drückeberger ist sehr kreativ, wenn es darum geht, ein Haar in der Suppe zu finden, Reklamationen zu formulieren. Sein Lieblingsargument ist übrigens, er „fühle sich getäuscht“. Er habe sich auch umgehend telefonisch beschwert, aber seitdem sei Funkstille. Mahnungen schickt er zurück mit dem Vermerk, dass seine Beschwerde noch nicht geklärt sei. Wie könne er denn bezahlen, wenn die Sache noch nicht erledigt ist? Fazit: Abstreiten bringt Streit und Streit bringt Zeit.

Zeit gewinnen – wie macht er das? Durch Verwirren!
Herr Schulden-Drückeberger nimmt bei Korrespondenz an den Gläubiger gern Bezug auf ein bestimmtes früheres Schreiben von sich. Dummerweise kann der Gläubiger aber jenen wichtigen Brief vom 1.4. – womöglich nach wochenlanger Nachforschung – nicht finden und damit nicht Stellung nehmen. Er bittet um Übersendung einer Kopie. Er erinnert in einem weiteren Schreiben an die Übersendung der Kopie. Es vergehen Wochen, bis Herr Schulden-Drückeberger entschuldigend berichtet, dass es sich um eine Verwechslung handelte.
Das Prinzip kann auch funktionieren, indem Herr Schulden-Drückeberger sich auf ein Telefonat mit einem Mitarbeiter beruft – der vielleicht schon ausgeschieden ist. Dieser hatte doch ein großzügiges Zahlungsziel eingeräumt. Falls es diesen aber überhaupt nicht gab, dann hat er da wieder was durcheinander gebracht.

Zeit gewinnen – wie macht er das? Durch Versprechen!
Wenn die o.g. Möglichkeiten ausgereizt sind, beginnt Herr Schulden-Drückeberger mit Versprechungen. Beim Gläubiger keimt neue Hoffnung auf: Die früheren Probleme sind ausgeräumt, jetzt wird bald Geld kommen. Wie in den Phasen des Reklamierens und des Verwirrens hält er es nicht für angebracht, das Mahnverfahren einzuleiten, welches erst einmal nur Kosten verursacht.

Herr Schulden-Drückeberger schreibt einen freundlichen Brief und bedankt sich für das bisher gezeigte Verständnis und Entgegenkommen. Und stellt die Zahlung in Kürze in Aussicht, sobald das nächste Gehalt eingegangen, die Steuerrückerstattung gut geschrieben, die Erbschaft ausgezahlt ist oder was auch immer…

Zeit gewinnen – wie macht er das? Durch Ratenzahlung!
Sobald der Gläubiger nun die allerletzte Mahnung schickt, schreibt Herr Schulden-Drückeberger wieder einen freundlichen Brief, in welchem er seine derzeitige finanzielle Misere darlegt. Aber dennoch sei er bemüht zu zahlen. Er bittet um Verständnis für seine Situation, hofft auf ein Entgegenkommen – und genehmigt sich eine Ratenzahlung. Zum Zeichen des guten Willens legt er auch gleich unaufgefordert die erste Rate bei. Diese wählt Herr Schulden-Drückeberger angemessen: Nicht zu klein, damit sie nicht lächerlich wirkt, sondern ihren Zweck, die stillschweigende Zustimmung, erfüllt, aber auch nicht zu hoch, damit es ihm nicht so weh tut im Portemonnaie. Für 20 oder 50 oder 100 Euro kauft er sich weitere Zeit.

Der Gläubiger beobachtet jetzt natürlich argwöhnisch, was passiert. Aber die zweite Rate kommt pünktlich. Ebenso die dritte, die vierte. Aus einem Provisorium wird eine Gewohnheit. Herr Schulden-Drückeberger betrachtet die Ratenzahlung schon als sein Gewohnheitsrecht. Zumindest kann der Gläubiger nun nicht mehr so einfach die Gesamtsumme einfordern, sondern nur die Ratenzahlung…
Die fünfte Rate ist aber schon nicht mehr ganz so pünktlich, die sechste noch weniger, und die siebte erst…
Zeit für ein neuerliches freundliches Schreiben: Die jetzige Situation … blablabla, finanzieller Engpass … blablabla … deshalb die Bitte, die Rate zu reduzieren (zu halbieren?), damit sie dann auch wirklich pünktlich … blablabla.

Viele Gläubiger, vor allem Banken, sind mit einer, wenn auch geringen Ratenzahlung einverstanden. Und das hat einen guten Grund, wie im Exkurs „Das Geheimnis der Banken“ Alexander Graf von Keschwitz in seinem Report „Der Schuldenkönig“ veranschaulicht.

Hier geht's zu: Die 6-Stufen-Taktik (Teil 2)
 

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