header
HomeimpressumKontaktAGB
button1
Die Schuldenfallen
Schulden nicht mit heiraten
Schulden nicht erben
Bürgschaften loswerden
Vergleich macht reich 1
Tolle Spartipps
button2
Gute und schlechte Schulden
Die Bestandsaufnahme
Einkommen erhöhen
Ihre Einsparpotenziale
Neu verhandeln
button3
Was braucht man?
Die 6-Stufen-Taktik
Die Schwächen des Systems
Klagen sabotieren
Wirtschaftliche Immunität
button4
Der Privatkonkurs
Wie fange ich an?
Wie geht es weiter?
Die Wohlverhaltensperiode
Die Restschuldbefreiung
Weitere Tipps und Tricks
button5
Die vorteilhafte Rechtslage
Entschuldung via Frankreich
Entschuldung via Österreich
Entschuldung via Großbritannien
Vorsicht unseriöse Dienstleister
Entschuldung in 3 Monaten
button6
Vergleich macht reicht 2
Der unwiderstehliche Köder
Tipps und Tricks
Weitere Vorteile
button7
80% behalten statt 80% abführen
Weitere Tipps
button8
Mahnbescheid umgehen
Vollstreckungsbescheid umgehen
EV vermeiden
EV beschleunigen
Umgang mit Gerichtsvollzieher
Tricks der Inkassofirmen
Tricks der Gläubiger
button9
Pfändungsfreigrenzen erhöhen
Gehalt pfändungssicher machen
Konto pfändungssicher machen
Auto pfändungssicher machen
Pfändungsschutz für Selbstständige
Pfändungsschutz für Hinterbliebene
button10
Schreiben an Gläubiger
Gläubiger- und Forderungs-Verzeichnis
Haushaltsliste
Personalliste
Musterbrief gegen weitere EV
Antrag auf Pfändungsschutz
Beschwerdebriefe Kontoablehnung
Abtretungsvertrag
Abwendung Energiesperre
Antrag Steuerstundung
Antrag Steuererlass
button11
Wann Forderungen verjähren
Wichtige Adressen
Sonstige Tricks und Tipps

Pfändungstabelle

Die Pfändungstabelle nach § 850c ZPO (siehe http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/pf_ndfreigrbek_2011/gesamt.pdf) dient dem Schutz des Schuldners. Sie verhindert, dass rabiate Gläubiger rücksichtslos kahlpfänden. Schließlich muss dem Schuldner Geld zum Leben übrig bleiben; sie sichert also das Existenzminimum. Auch ein Schuldner hat ein Recht auf ein menschenwürdiges Dasein, wenn auch in bescheidenem Rahmen.

Die Pfändungstabelle soll jedoch auch die Arbeitsmotivation des Schuldners erhalten. Denn von dem, was er mehr verdient z.B. durch Überstunden, Prämien oder Lohnerhöhung, wird ihm nicht alles weggepfändet, sondern muss nur ein festgelegter Teil abgeführt werden.

Es sei denn, der Schuldner hat Arbeitseinkommen über 3.026 Euro. In diesem Fall wird bis 3.026,06 € anteilig und der darüber liegende Betrag voll gepfändet (siehe Beispiele unten).

Je mehr Personen ein Schuldner zu versorgen hat, desto höher steigen die Pfändungsfreigrenzen. Bei einem Ledigen kann Einkommen unter 990 € nicht gepfändet werden. Bei einem Verheirateten sind es schon 1.360 € und bei Ehepaaren mit einem Kind 1.570 € (und steigt mit jedem weiteren Kind um jeweils rund 210 €). Wohlgemerkt: Netto-Einkommen.

Auch Unterhaltsleistungen des Schuldners gegenüber geschiedenen Ehepartnern, Kindern aus früherer Ehe und sogar Verwandten wirken sich pfändungsmindernd aus.

Die Pfändungstabelle wird vom Bundesjustizministerium festgelegt und veröffentlicht. Alle zwei Jahre wird sie auch aktualisiert.

 Wichtig: Die Pfändungstabelle kommt nur zum Tragen, wenn der Schuldner kein sonstiges Vermögen besitzt.

Und: Die o.g. Tabelle wird nicht angewendet bei der Pfändung von Unterhaltsansprüchen. Hier nimmt das Familiengericht eine individuelle Festlegung der Pfändungsfreibeträge vor. Diese sind erheblich niedriger! Vergleiche hierzu: „Ratschläge zu Ehescheidung & Unterhalt“ aus dem Rainer Bloch Verlag (ISBN 978-3-9810951-6-6).

Pfändungsbeispiele:
Anhand der nachfolgenden Beispiele soll Ihnen die Handhabung verständlich gemacht werden, so dass Sie ggf. leicht selbst den pfändbaren Anteil Ihres Einkommens ersehen bzw. errechnen können:

Schuldner A
hat ein Netto-Einkommen von 1.075 €. Er ist ledig und hat auch sonst keine Unterhaltsverpflichtungen. Laut Tabelle (Zeile 10) dürfen 59,40 € gepfändet werden.

Schuldner B
hat ebenfalls ein Netto-Einkommen von 1.075 €. Er ist aber verheiratet, ohne Kinder und die Ehefrau ist ohne eigenes Einkommen. Laut Tabelle (Zeile 10) darf nichts gepfändet werden.

Schuldner C
hat ein Netto-Einkommen von 1.600 €. Er ist geschieden und muss Ehegatten- und einen Kindesunterhalt bezahlen. Laut Tabelle (Zeile 63) dürfen 15,01 € gepfändet werden. Hätte er keinerlei Unterhalt zu zahlen, könnten ihm 430,40 € gepfändet werden.

Schuldner D
hat ein Netto-Einkommen von 3.300 €. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder. Laut Tabelle (allerletzte Zeile) dürfen ihm 375,29 € für das Einkommen bis 3.026,06 anteilig gepfändet werden. Die Differenz zwischen 3.026,06 und 3.300 = 273,94 € wird voll gepfändet. Die gepfändete Gesamtsumme beträgt also 375,29 + 273,94 = 649,23 €.

! TIPP Es kommt immer wieder vor, dass Lohnabrechnungen fehlerhaft sind in Bezug auf den gepfändeten Teil. Der pfändbare Betrag wurde falsch abgelesen, falsch berechnet oder sonst wie unkorrekt ermittelt. Deshalb sollte jeder von Lohnpfändung Betroffene seine Lohnabrechnung überprüfen; vielleicht wurde ja zu viel abgezogen.
Sehr WICHTIG: Ein halber Kinderfreibetrag (0,5) auf der Lohnsteuerkarte zählt als volle unterhaltspflichtige Person!

Vorsicht! Wenn Sie Ihr Vermögen mindern, kann das strafbar sein
Generell kann jeder mit seinem Vermögen machen, was er will. Sie müssen es nicht vermehren, Sie können es auch:

  • verschwenden
  • verschenken
  • verzocken
  • versaufen
  • verhuren
  • verspekulieren
  • zerstören usw.

Das alles dürfen Sie mit Ihrem Vermögen machen. Allerdings gilt das nicht mehr, falls Sie Schulden haben!

Nicht nur, wenn eine Zahlungsunfähigkeit eingetreten ist, sondern auch, wenn sie droht, ist Schluss mit lustig. Dann stehen nämlich die Interessen der Gläubiger quasi unter gesetzlichem Schutz: Gemäß § 283 ff StGB macht sich ein Schuldner strafbar, wenn er Vermögen verheimlicht, beiseite schafft oder in irgendeiner Form verschwendet. In diesem Fall ist Vermögensminderung strafbar: bis zu 5 Jahre Gefängnis drohen!

Hauptsächlich wird bei Insolvenzen von Unternehmen ganz genau hingesehen, ob Vermögen hinterzogen worden ist, aber grundsätzlich gilt das auch für Privat-Insolvenzen. So wird im Vermögensverzeichnis, welches bei einer Eidesstattlichen Versicherung anzulegen ist, expliziert gefragt, was in den letzten vier Jahren an Angehörige oder Mitbewohner verschenkt und was in den letzten 2 Jahren an diese verkauft wurde.

Wie man sieht, spielt die Zeit eine Rolle bei der Vermögensminderung, eine sehr wichtige sogar, denn sie entscheidet über Strafbarkeit oder nicht:

  • unter 6 Monate: meist strafbar
  • 6-24 Monate: möglicherweise strafbar
  • über 24 Monate: meist nicht strafbar

Wie an anderer Stelle auch erwähnt, wollen die Angaben bei einer Eidesstattlichen Versicherung wohl überlegt sein. Kann man Ihnen eine falsche EV nachweisen, drohen bis zu 3 Jahre Haft. Auch versehentliche Falschangaben werden nicht als Kavaliersdelikt verziehen, sondern können bis zu einem Jahr Freiheitsentzug einbringen.

Dazu kommt noch ein ganz enormer Nachteil: Schuldnern kann die Restschuldbefreiung verwehrt werden, wenn sie sich nach § 283 und § 288 StGB strafbar gemacht oder wenn sie gem. § 290 InsO im Jahr vor dem Insolvenzverfahren Vermögen verschwendet haben!

Verbrauch von Vermögen für den Lebensunterhalt für sich selbst und die Familie kann dagegen nicht beanstandet werden.

So löschen Sie Einträge in Schuldnerverzeichnis und Schufa
Die Schuldnerkartei bei dem für Ihren Wohnort zuständigen Amtsgericht ist öffentlich zugänglich. Dadurch kann praktisch jeder, der ein berechtigtes Interesse hat, von Ihrem Finanzruin erfahren. Aber nicht nur dort sind Sie vermerkt, sondern Sie stehen auch weltweit abrufbar im Internet am Pranger! Sämtliche deutsche Insolvenzgerichte melden alle Verfügungen und Eintragungen auch an
www.insolvenzbekanntmachungen.de, einem Portal, für welches das Justizministerium Nordrheim-Westfalens verantwortlich zeichnet.
Eröffnete Regelinsolvenzverfahren findet man in der Insolvenz-Datenbank: www.indat.info/sucheverfahren.htm

Vor allem für Wirtschaftsauskunfteien wie SCHUFA oder Creditreform (und andere) sind die Schuldnerkarteien eine wichtige Informationsquelle. Und so steht vor allem in Ihrer SCHUFA-Auskunft sehr bald nicht mehr nur,

  • wo welche Ratenkredite und Bankdarlehen existieren,
  • dass diese notleidend sind,
  • wer Kredite gekündigt hat,
  • wer Mahnbescheid veranlasst hat,
  • sondern auch, dass Sie eine Eidesstattliche Versicherung abgegeben haben,
  • eventuell auch, dass ein Haftbefehl beantragt wurde.

Diese beiden letzten Eintragungen erfolgen automatisch. Nicht so perfekt funktioniert jedoch diese Automatik manchmal, wenn es um Löschungen geht, vornehmlich bei der SCHUFA.

Beim Amtsgericht werden Eidesstattliche Versicherung und Haftbefehl automatisch nach drei Jahren gelöscht. Unabhängig davon, ob bei etwaigen anderen Gläubigern noch Schulden offen sind. Nach der Löschung kann aber der alte oder auch einer der übrigen Gläubiger eine erneute EV beantragen, falls noch Forderungen unerledigt sind.

Wenn Sie aber innerhalb dieser drei Jahre Ihre Schulden erledigt haben (sei es durch vollständige Bezahlung oder durch Vergleich) bei dem Gläubiger, der seinerzeit die EV beantragt hatte, dann haben Sie das Recht auf vorzeitige Löschung aus dem amtgerichtlichen Schuldnerverzeichnis. Das Gericht lässt sich den Sachverhalt zuvor von Ihrem Gläubiger bestätigen.

Nicht so automatisch sind die Abläufe leider bei der SCHUFA, wie diese selbst zugibt. Um sich zu vergewissern, müssen Sie hier eine so genannte Selbstauskunft einholen. Darin sehen Sie alles, was über Sie gespeichert ist. Unrichtigkeiten sind auf Ihre Aufforderung hin zu korrigieren. Selbstverständlich haben Sie Belege dafür vorzulegen. Insbesondere bei einer vorzeitigen Löschung im Schuldnerverzeichnis besteht Handlungsbedarf, denn die Schufa löscht den Negativ-Eintrag sonst erst nach Ablauf von drei Jahren.

So erhalten Sie eine SCHUFA-Selbstauskunft:

  1. Sie gehen persönlich zu der für Ihren Wohnort zuständigen Geschäftsstelle. Davon gibt es bundesweit 14. Die mündliche Auskunft ist generell kostenlos, die erste schriftliche Auskunft pro Jahr ebenfalls, weitere kosten 7,80 €. Schufa-Geschäftsstellen gibt es in Berlin, Bochum, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Saarbrücken, Stittgart, Wiesbaden.
  2. Sie schreiben Ihre zuständige Geschäftsstelle an mit der Bitte um Zusendung der Selbstauskunft. Dem Schreiben müssen eine Kopie Ihres Personalausweises und die Gebühr von 7,80 Euro beiliegen (eine Auskunft pro Jahr ist seit 01.04.2010 kostenlos). Die Adresse ersehen Sie aus Ihrem Telefonbuch.
  3. Telefonische Anforderung ist mittlerweile auch möglich. Telefonnummer: siehe Auskunft oder Telefonbuch. Die Gebühr (7,80 Euro) wird per Lastschrift von Ihrem Konto eingezogen. Dauer ca. 2-3 Tage.
  4. Wenn Sie wissen wollen, was die SCHUFA über Sie weiß, geht die Bestellung auch online: www.schufa.de
INFO:
Generell sollten Sie Ihre Schufa-Daten immer wieder überprüfen, um private und berufliche Nac hteile zu vermeiden. Die Schufa ist zwar fleißig am Sammeln von Daten (schließlich hat sie über 5.000 Vertragspartner, sprich Zuträger), aber mit dem Löschen von Negativ-Merkmalen hat sie es nicht so eilig. Selbst wenn z.B. ein Kredit planmäßig zurückgezahlt worden ist, bleibt noch drei Jahre lang ein Vermerk bestehen. Viele Angabe sind auch falsch. Beanstandete Korrekturen muss die Schufa kostenlos vornehmen.


Kann meine Rente gepfändet werden?

Grundsätzlich ja, denn Rente wird wie Arbeitseinkommen betrachtet. Allerdings gilt auch der gleiche Pfändungsschutz wie bei Arbeitseinkommen, d.h. es müssen Ihre individuellen Pfändungsfreigrenzen berücksichtigt werden, die in erster Linie davon abhängig ist, wie vielen Personen Sie unterhaltspflichtig sind.
Will ein Gläubiger Ihre Rente pfänden, braucht er dafür einen vollstreckbaren Titel vom Gericht.
Damit kann er dann einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss erwirken.
Diesen sendet er an den Rententräger.
Der Rententräger zahlt den pfändbaren Betrag an den Gläubiger und den nicht pfändbaren Teil an den Rentner aus.
Ganz anders ist die Situation, wenn die Rente bereits auf Ihrem Konto ist! Rente gilt als Sozialleistung und alle Sozialleistungen haben einen automatischen 7-tägigen Pfändungsschutz. Das heißt: in den ersten 7 Tagen nach Gutschrift auf dem Konto können Sie die Rente komplett abheben (oder davon Überweisungen tätigen, z.B. Miete, Nebenkosten). Wenn danach nichts mehr übrig ist, geht der Gläubiger leer aus.

! TIPP Halten Sie also Ihren Rentenversicherungsträger vor den Gläubigern immer geheim. Auch wenn der Gerichtsvollzieher danach fragen sollte – es besteht keine Auskunftpflicht.
Bewahren Sie den Rentenbescheid auch stets gut auf. Ihn brauchen Sie z.B. dringend, um diese pfändungsgeschützte Sozialleistung nachzuweisen, wenn die Bank nicht auszahlen will.


x

Footer